Mit Senior Experten gegen den Fachkräftemangel?

Jahrelang galt eine einfache Formel: wenig Personal gleich gesteigerter Ertrag. Mittlerweile leiden Unternehmen ernsthaft unter Personalmangel. Einige mussten über den Sommer kurzfristig Filialen schließen. Die Entwicklung birgt für Firmen Gefahren. Doch es gibt einen Lösungsansatz.

Früher verfolgten große Konzerne die Strategie der Personalpuffer - bis der schnelle Wettbewerb neue Regeln aufstellte. Um effektiver reagieren zu können, begann das Personalschrumpfen. Mittlerweile ist es derart fortgeschritten, dass plötzliche Krankheiten oder unkalkulierte Neuaufträge Unternehmen vor große Probleme stellen.

So schloss die Postbank Anfang Oktober stunden- oder tageweise Filialen, die Privatbahn Metronom musste mehrere Zugfahrten ausfallen lassen, während die Lufthansa auf einigen Strecken weniger Flugbegleiter einsetzte.

„Dramatische“ Personalknappheit

In Sachen Personal sei eine „dramatische Knappheit“ entstanden, erklärt Rainer Strack, Personalexperte und Senior-Partner der Boston Consulting Group laut Spiegel Online. Verstärkt wird die Problematik durch den immer deutlicher zu Tage tretenden Fachkräftemangel, auf Grund dessen diverse Firmen kurzfristig keine qualifizierten Mitarbeiter finden.

Screenshot: Demografischer Wandel

Das statistische Bundesamt mahnte bereits 2015 an, dass in den nächsten fünf Jahren dramatisch viele, hochqualifizierte Ältere aus dem Beruf ausscheiden werden. Wertvolle Qualifikation steht nicht mehr zur Verfügung. Es sei denn, Unternehmen binden Ältere über die Verrentung hinaus und gewinnen sie für eine weitere Mitarbeit. So sichert die Expertise der Älteren weiter Wachstumschancen. Wie aus der Studie von media access und der Bosch Management Support GmbH hervorgeht und in der Grafik ersichtlich, werden bis zum Jahr 2020 eine Million Menschen mehr im Alter von 65 Jahren sein.

Offensichtlich bekommen Firmen bereits jetzt die Auswirkungen des demographischen Wandels zu spüren. Eine Diskrepanz zwischen Arbeitskräftebedarf und -angebot entsteht. Eine Entwicklung, die Deutschland 2030 zwischen 410 und 550 Millionen Wirtschaftsleistung Euro kosten könnte. Wie dramatisch diese Schere auseinander klafft zeigt die folgende Grafik:

Screenshot: Bevölkerungstatistik

Heute tun sich Unternehmen schwerer, die Schwankungen der Wirtschaftswelt auszugleichen. Selbst Zeitarbeitsfirmen, Anlaufstelle bei kurzfristigem Arbeitnehmerbedarf, finden angesichts des Fachkräfte mangels schwieriger neue Kräfte.

Lösung „Senior Experten“?

So erklären 49 Prozent der deutschen Unternehmen, Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen zu haben. Ein Trend, der sich in den vergangenen Jahren verstärkt hat. Die Lösung sieht Strack im Personalmanagement. Schließlich werde Humankapital zur knappen Ressource.

Einen möglichen Lösungsansatz liefert eine Studie von media access und der Bosch Management Support GmbH zur Arbeit im Ruhestand. Deren Ergebnis: Die meisten gut Qualifizierten möchten im Ruhestand weiterarbeiten. Zudem schätzen Arbeitgeber den Bereich des „Senior Experten“ angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft und dem Fachkräftemangel als boomenden Markt ein.

Quelle: spiegel.de

Quelle: Studie zur Arbeit im Ruhestand