Weiterarbeiten im Ruhestand - Firmen und Rentner profitieren

Daimler und Bosch gingen voran, diverse Unternehmen folgen. Immer mehr Firmen holen ehemalige Mitarbeiter auf Zeit aus dem Ruhestand zurück. Ein Gewinn für beide Seiten.

"Space Cowboys“ nennt Daimler seit 2012 seine Rentner, die im Ruhestand für das Unternehmen tätig sind. Die Idee hinter dem Projekt: Ehemalige Mitarbeiter sollen projektbezogen mit ihrer Erfahrung zu Problemlösungen beitragen. Sie entlasten damit aktuelle Belegschaften und profitieren gleichzeitig selbst vom zeitlich begrenzten Arbeitsverhältnis.

Denn wenn Unternehmen durch generationenübergreifende Zusammenarbeit neue Impulse erhalten, besteht für Menschen im Ruhestand die Möglichkeit, ihre Rente aufzubessern. Gerade für ältere Frauen aus dem Handel, die früher schlechter bezahlte Teilzeittätigkeiten ausübten, ein wichtiger Faktor.

Rentner möchten geistig fit bleiben

Für ausgeschiedene Ingenieure und Meister steht dagegen vermehrt die Suche nach sozialer Interaktion sowie der weiterhin vorhandene Spaß an der Arbeit im Vordergrund. Zudem möchten sie geistig fit bleiben. Gerade das Gefühl gebraucht zu werden, spielt eine wichtige Rolle. Kurz: Viele Rentner sind noch nicht arbeitsmüde.

Bei Bosch bezeichnet man seine Seniorenexperten deshalb als „wichtige Leistungsträger“. Ihr langjähriges Know-how stärke zudem die Innovationsfähigkeit des Unternehmens.

Begrenzte Einsatzdauer gegen Konkurrenzdenken

Und so findet das Projekt mittlerweile nicht nur an ausländischen Bosch-Standorten in Großbritannien, Nordamerika, Brasilien, Japan oder Indien Nachahmer. Unter anderen folgen

  • ABB
  • Bayer
  • SMS Siemag
  • Versandhändler Otto 

auch andere Firmen den Beispielen von Bosch und Daimler.

Um dabei der Gefahr von Konkurrenzdenken vorzubeugen, begrenzt Daimler die Einsatzdauer seiner Senior-Experten auf 50 Tage im Jahr. Respektive auf maximale sechs Monate für ein Projekt. Möchte ein Rentner im Anschluss tätig bleiben, wechselt er den Bereich. 

Weitere Informationen erhalten Sie unter: 

Quelle: faz.net